Die fettarme Diät

Obst, Gemüse und Vollkornprodukte stehen im Mittelpunkt einer jeden fettarmen Diät. In den meisten Fällen handelt es sich um eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung, d.h. auf Fleisch, Wurst und Fisch wird überwiegend verzichtet, manche Diäten sehen auch keine Milchprodukte oder Eier vor. Ob der Verzicht auf fettreiche Nahrung oder das Weglassen von Kohlehydraten eher zu dem erhofften Gewichtsverlust führt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen. Grund für die unterschiedlichen Ansichten könnte die Verschiedenartigkeit des Menschen an sich sein: So wird beispielsweise bei der Blutgruppendiät darauf verwiesen, dass Träger der Blutgruppe Null Fisch und Fleisch sehr gut verwerten – also von fettreicher Nahrung nicht dick werden – aber auf Kohlehydrate verzichten sollten, dass andererseits die Blutgruppe-A-Typen kohlenhydratreiche Ernährung wie Vollkornprodukte (Brot, Nudeln, Reis) besser verwerten und dafür auf fettreiche Speisen – insbesondere Fleisch und Wurst – verzichten sollten, um ihr Wohlfühlgewicht zu erlangen. Beide Blutgruppen sind in Mitteleuropa vorherrschend und etwa gleichstark vertreten.

Völliger Verzicht auf tierische Fette muss nicht sein

Ob Sie nun gänzlich auf tierische Fette, auf Wurstwaren und Eierspeisen während der fettarmen Diät verzichten wollen oder nicht, ist also eher eine Typus-Frage. In jedem Fall sollten Sie pro Tag nicht mehr als 100 Gramm Fisch, Fleisch oder Wurst verzehren. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt auch ohne fettarme Diät nur den Konsum von etwa 60 bis 80 Gramm reinen Fettes pro Tag für einen gesunden, erwachsenen Menschen, das entspricht ca. 30 Prozent der gesamten Kalorienmenge. Völlig auf Fette zu verzichten, wäre auf Dauer lebensgefährlich, da sie für den Transport von fettlöslichen Vitraminen und zum Aufbau von Nerven-, Gehirn- und Immunzellen benötigt werden. Fett liefert darüber hinaus die benötigten, so genannten essentiellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann. Gemüse, Salat und Obst können bei fast allen fettarmen Diäten in großen Mengen gegessen werden und natürlich ist es dann schön, wenn Sie einen kleinen Schuss Öl an den Salat oder einen Stich Butter an das Gemüse geben können, ohne damit Ihre Tages-Fettmenge zu überschreiten. Wichtig ist nur die Auswahl eines guten, hochwertigen Fettes – wie etwa kaltgepresstes Olivenöl.

Fettarme Nahrung zum Abnehmen oder als Herzkreislauf-Diät

Beispiele für fettarme und kohlenhydratreiche Diäten sind die bekannte Brigitte-Diät, das McDougall-Programm, die Ornish- oder die Pritikin-Diät. Sie unterscheiden sich im wesentlichen in der Kalorienmenge, die täglich aufgenommen werden darf, sowie in dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen. Bei der Auswahl der jeweiligen, fettarmen Diät ist es wichtig, darauf zu achten, ob die entsprechende Ernährungszusammenstellung für die Gewichtsreduktion oder für Herzkreislaufpatienten gedacht ist. Als besonders fettarm gelten fast alle frischen Obst- und Gemüsesorten sowie die meisten Frucht- und Gemüsesäfte, auch bestimmte Fischarten wie Kabeljau/Dorsch, Schellfisch und Scholle sind extrem fettarm und können so im Laufe der meisten Diäten gegessen werden, wenn Sie sie fettarm zubereiten, also dünsten oder kochen.

Reis, Nudeln oder doch besser Kartoffeln?

Stellt sich nur noch die Frage, ob man besser Vollkornreis, -nudeln oder Kartoffeln als Sättigungsbeilage wählt. Als Tagesportion gelten etwa 80 Gramm Reis oder Nudeln (roh gewogen) oder 4 bis 5 mittelgroße Kartoffeln, die gedünstet oder in der Schale gekocht werden sollten. Auch bei den Kartoffeln ist die Zubereitungsart entscheidend, denn erst durch das Fritieren oder Braten steigt die Kalorienzahl drastisch an, auf Pommes frites, Kroketten oder Bratkartoffeln sollten Sie also besser verzichten. Das gleiche gilt natürlich auch für Reis- oder Nudelgerichte: Ein leichtes Tomaten- oder Kräuterpesto kann fettarm sein, eine reichhaltige Käsesauce ist es mit Sicherheit nicht. Der Diätplan kann durch die zusätzliche Verwendung anderer Getreidearten abwechslungsreicher gestaltet werden: Amaranth, Quinoa und Hirse bieten viele Möglichkeiten.

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